| 29. Dezember
2005: Kellerer - Zivilflieger lösen sich in Luft auf |
Die Presse berichtet über die
Meinungsänderung des Fürstenfeldbrucker Bürgermeisters Sepp
Kellerer. Ein ziviler Flugplatz in Fürstenfeldbruck hat keine
Zukunft mehr. Der Kommunalpolitiker war noch vor Jahren
Befürworter des Zivilflugplatzes, von dem er einen
wirtschaftlichen Vorteil versprach. Nun ist er überzeugt,
dass es für einen Airport weder einen Bedarf gibt, noch das
dieser wirtschaftlich zu betreiben ist. Zunächst glaubte er,
dass die Kreisstadt FFB von einen Verkehrslandeplatz
profitiere. Dies habe sich jedoch bei keinem der Gespräche
mit potenziellen Investoren oder ansiedelungswilligen Firmen
bestätigt. Kein Geschäftsmann habe den Flugplatz vor der
Haustüre gebraucht. Ach die letzten Befürworter der
Zivilfliegerei im Stadtrat sind laut Kellerer bisher den
Beweis schuldig geblieben, dass der Flugplatz ein Pfund sei,
mit dem die Kresstadt wuchern könne.
Nach Kellerer genüge der Sonderlandeplatz
Jesenwang. Die "ominösen Geschäftsflieger", die
seit Jahren auf dem Fliegerhorst FFB eine neue Heimat finden
sollen, hält der Brucker Bürgermeister für ein Phantom.
| 27. Dezember
2005: Germeringer Verein wendet sich an den
Landtag |
Der neu gegründete Verein "Germeringer
gegen Fluglärm" hat sich in einer Petition an den
Landtag gewandt. Gefordert wird die ersatzlose Streichung der
Passagen im Landesentwicklungs-Programm (LEP) zum Ausbau des
Sonderflughafens Oberpfaffenofen zum Regionalflughafen bzw.
für den "qualifizierten
Geschäftsreiseflugverkehr".
| 23. Dezember
2005: Dritte Startbahn in München - oder die Lufthansa
zieht ab |
Die Presse berichtet über Pläne der
Lufthansa, die in einem Anwohnertreffen präsentiert wurden.
Die Lufthansa stellt ihr
Interkontinental-Drehkreuz am Münchner Flughafen in Frage,
falls keine dritte Startbahn gebaut wird. Ohne 3. Startbahn
sei kein Wachstum möglich. Wo allerdings die Lufthans ihr
Drehkreuz für Interkontinentalflüge konzentrieren würde,
wurde nicht bekannt. Denkbare Ausweichflughäfen wären Berlin
oder Zürich. Der Abzug des Münchner Interkontinentalangebots
hätte auch erhebliche Auswirkungen auf den innereuropäischen
Flugverkehr, die als Zubringer dienen.
Die Strategie der Lufthansa zur Einrichtung
eines Drehkreuzes für den Interkontinental-Flugverkehr zeigt,
dass der Flughafen München nicht der Bedienung des
Verkehrsaufkommens in Süddeutschland dienen soll, was auch
eine Förderung aus Steuermitteln rechtfertigen kann, sondern
will europäischen Flugverkehr nach München ziehen, um vor
dort aus Interkontinentalflüge zu starten. Dies führt zu
einen erhöhtem Flugverkehr, der der Region München nicht
nutzt, aber die Belastungen aufbürdet. Diese Belastungen sind
nicht nur der Fluglärm und Abgasbelastung, sondern auch die
zum Ausbau des Flughafens (3. Landebahn) notwendigen
Investitionen aus Steuermitteln.
Der von der Lufthansa geplante Ausbau des
Flughafens München zum Interkontinentaldrehkreuz hat nicht
nur Auswirkungen auf die Umgebung des Flugplatzes in München,
sondern auch auf Oberpfaffenhofen, das nach den Plänen der
Bayerischen Staatsregierung den Flughafen München entlasten
soll.
Wir fordern die
Einstellung derartiger Ausbaupläne für den Flughafen
München. Er soll dem Verkehrsaufkommen für Süddeutschland
dienen und nicht dem strategischen Ausbau eines Drehkreuzes
für Interkontinentalflüge, die im wesentlichen durch
Zubringerflüge aus Deutschland und dem europäischem Ausland
versorgt werden sollen. Es ist darüber hinaus nicht
einzusehen, warum der Steuerzahler für Investitionen am
Flughafen aufkommen muss, für die er kaum einen Nutzen hat
und darüber hinaus noch die Kosten für die Absiedelung
ganzer Dörfer für die 3. Startbahn finanzieren muss..
| 22. Dezember
2005: Flugplatzbetreiber in Oberpfaffenhofen soll Pläne
erläutern |
Die Presse berichtet über die Einladung der
Flugplatzbetreibergesellschaft EDMO zur Info-Veranstaltung im
Germeringer Stadtrat.
Der Stadtrat in Gemering hat einstimmig
beschlossen, die Betreibergesellschaft EDMO zu einer
Diskussion einzuladen. Zwei Vertreter haben ihre Teilnahme
zugesagt und werden über ihre Pläne Auskunft gegen. Die
Sitzung ist im 1. Quartal 2006 angesetzt.
Es bleibt abzuwarten,
welche Pläne die EDMO kommunizieren wird. Der geplante Ausbau
des Sonderflughafen lässt die Nutzung als Regionalflughafens
zu, wobei der Flughafen für Flugzeuge über 120 Tonnen
Gewicht und über 100.000 Flugbewegungen pro Jahr (das sind
fast 300 Ab- und Anflüge pro Tag oder eine Flugbewegung alle
3 Minuten.
| 21. Dezember
2005: Überschallknall durch Flugzeugtests |
Die Presse berichtet über Test mit
Überschallfliegern (Eurofighter). Die in Manching ansässige
Firma EADS führt Überschall-Testflüge mit dem Eurofighter
im Luftraum in der Region München durch. Der durch diese
Tests erzeugte Knall stört weite Bereiche in Südbayern.
Es ist für uns unverständlich, warum diese
Test über dicht besiedelten Gebieten durchgeführt werden
müssen. Diese Test können auch in unbesiedelten Gebieten
Europas und über der See durchgeführt werden.
| 20. Dezember
2005: Germeringer gründen Verein gegen Fluglärm |
Die Presse berichtet über die
Gründung eines Vereins gegen Fluglärm in Germering:
"Germeringer gegen Fluglärm". Der neu gegründete
Verein gehört zum Aktionsbündnis gegen Fluglärm
München-West und macht mobil gegen den Ausbau der Flugplätze
im Westen von München, speziell gegen den Ausbau des
Sonderflughafen Oberpfaffenhofen zum Regionalflughafen.
| 10. Dezember
2005: Informationsveranstaltung in Andechs-Frieding und
Petition |
Die Presse berichtet über die Informationsveranstaltung
zum Thema Sonderflughafen Oberpfaffenhofen und dessen
geplanter Ausbau für die erweiterten Nutzung für den
Geschäftsreiseflugverkehr am 8. Dezember in Frieding. De
Gegenwind nimmt zu und der Widerstand gegen den Ausbau des
Flugverkehrs in Oberpfaffenhofen formiert sich.
Im Einverständnis des Andechser
Gemeinderats, der den zukünftigen "qualifizierten
Geschäftsreiseflugverkehr" ermöglichen will, sehen sich
viele Bürger irritiert und die Schleusen zum allgemeinen
Luftverkehr geöffnet. Herr Dr. Miosga, SPD-Kreisrat und die
die Planung zuständig, machte deutlich, dass in
Oberpfaffenhofen die Ansiedlung mittelständischer
Gewerbebetriebe und Entwicklungs- und Forschungsunternehmen
neue Arbeitsplätze schaffe. Das Totschlagargument, Gegner der
Geschäftsfliegerei seien gegen Arbeitsplätze zieht nicht
mehr. Zusätzliche Arbeitsplätze in der Region werden durch
die allgemeine Luftfahrt nicht geschaffen, sie werden
allenfalls von München nach Oberpfaffenhofen verlagert, sagte
Thomas Möller. Sprecher des Aktionsbündnisses. Die
Münchener wollen die allgemeine Luftfahrt am liebsten
loshaben, weil sie den Verkehr der großen Flugzeuge aufhält
und nur geringe Einnahmen bringt.
Die Versammlung verabschiedete eine Petition
an den Bayerischen Landtag mit der Forderung sämtliche Pläne
für die Erweiterung des Flugbetriebs in Oberpfaffenhofen,
Jesenwang und Fürstenfeldbruck zu streichen. Es werden
erhebliche Lärm- und Umweltbelastungen befürchtet. Zudem
liegt Oberpfaffenhofen am Rand eines ausgedehnten Urlaubs- und
Erholungsgebiets, auf das sich der erweiterte Flugbetrieb -
auch in Bezug auf die Arbeitsplätze negativ auswirken würde.
| 10. Dezember
2005: Maisach führt Verhandlungen zum Kauf des
Flugplatzgeländes FFB |
Die Presse berichtet, dass der Freistaat
Bayern kein Vorkaufsrecht für den aufgelassenen Teil des
Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck hat. Mitarbeiter der
Bundesagentur für Immobilienangelegenheiten (Bima) werden
diese Angelegenheit gleichrangig angehen. Die Vertreter der
Gemeinde Maisach wurden übrigens freudig von der Bima
erwartet. Es wurde die Planungshoheit der Gemeinde Maisach
bestätigt.
Hindernisse für den Verkauf des
Flugplatzgeländes sind nicht vollständig dokumentierte
Anlagen, Leitungen im Boden, Bomben aus dem 2. Weltkrieg und
Kampfmittel, die noch geborgen werden müssen. Wegen des
Sicherheitsrisikos bleibt der Zaum um den zivilen Teil des
Flugplatzgeländes vorerst weiter bestehen. Weiterhin müssen
die Bodendenkmäler (Reste alter Siedlungen aus der Werowinger
Zeit) gesichert werden.
Die zivile Nutzung des Flugplatzes in
Fürstenfeldbruck schließt auf jeden Fall keine fliegerische
Nutzung ein. Die Art der Nutzung müsse noch genau abgewogen
werden und hängt auch von der Einstufung des
Flugplatzgeländes als EU FFH-Gelände (Flora-Fauna-Habitat)
ab, das eine gewerbliche weitgehend ausschließt.
| 29. / 30.
November 2005: Bürgerversammlung in Jesenwang -
Flugplatzbetreiber lenkt ein |
Die Presse berichtet über die Bürgerversammlung am 28.
November in Jesenwang. Themen waren die nächtlichen Hubschrauberlandungen,
die Erweiterung des Flugplatzes entsprechend des Landesentwicklungsprogramms
und die Sanierung der Ortsverbindungsstraße Jesenwang - Adelshofen. Der
Flugplatzbetreiber Max Walch hätte mit dem Bürgermeister Johann Wieser und
Reinhard Weigl von der Bürgeraktion ein Papier unterschrieben, das manchen
Jesenwanger beruhigen könnte, doch offenbar traute nicht jeder dem Frieden.
In diesem Papier verspricht der Flugplatzbetreiber die nächtliche Betankung
von Hubschraubern grundsätzlich wieder einzustellen, sobald in Großhadern
die Tankstelle in Betrieb geht. CSU-Kreischef Bocklet und Landrat Karmasin
forderten eine darüber hinausgehende juristische Vereinbarung zur
Sicherstellung der in der Vereinbarung zur Einstellung der nächtlichen
Betankungsflüge.
Über seinen Schwiegersohn Max Bauer ließ der
Flugplatzbetreiber verkünden, dass er keine Erweiterung des Flugplatzes
plane. Diese Aussage ist wohl besonders unglaubwürdig, da der
Flugplatzbetreiber die geplante Erweiterung des Sonderlandeplatzes zum
"Schwerpunktlandeplatz" auf seinem Briefkopf bereits vorweg genommen
hat.
Die nächtlichen Betankungsflüge sind juristisch nicht von
der Behörde genehmigte Außenlandungen. Nicht genehmigte Außenlandungen sind
nur dann erlaubt, wenn die Landung der Hilfeleistung einer Person dient. Dies
ist jedoch bei Betankungsflügen nicht der Fall, weil sie nicht der
Hilfeleistung einer Person, sondern der Wiederherstellung der
Einsatzbereitschaft dienen. Für diese Flüge sind Landungen auf Landeplätzen
mit Nachtfluggenehmigungen zumutbar.
Nicht genehmigte Außenlandungen sind
gem. Luftrecht Straftaten.
Die Landtagsabgeordneten Frau Sonnenholzner (SPD), Dr. Runge
(Grüne) und Bocklet (CSU) werden sich im Landtag dafür einsetzen, dass
Jesenwang keinen weiteren Ausbau bekommt. Die Belastung für die Bürger ist
an de Grenze.
Walchs Zusicherung, dass er keinen Ausbau seines Flugplatzes
plane ist genauso unglaubwürdig, wie andere seiner Aussagen. Bereits in der
gleichen Podiumsdiskussion wurde darauf hingewiesen, dass die Landebahn
aufgrund der Rechtslage um 150 m verlängert werden müsse. Die Gemeinden
wollen keine "kleine Lösung" - deshalb kein Ausbau der Landebahn
auf 600 m, so Bürgermeister Raith aus Adelshofen.
Ein weiterer Punkt war die Sanierung der
Ortsverbindungsstraße Jesenwang - Adelshofen. Die Regierung von Oberbayern
stellt für die Sanierung der Straße nur dann Fördermittel bereit, wenn sie
um mindestens 200 m nach Westen verschwenkt wird. Die würde jedoch zu
Enteignungen von Grundstückseigentümern führen. die auch die Gemeinden
nicht wollen.
Die Herren Bocklet und Karmasin verteidigten die Position
der Regierung. Die manuelle Schaltung der Ampel aud "rot", wenn ein
Flugzeug naht, sei zu unsicher. Deshalb ist man kategorisch gegen öffentliche
Mittel für den Ausbau (auf der bestehenden Trasse). Diese Position grenzt an
Zynismus. Unser Landrat und Landtagsabgeordneter stellen fest, dass eine von
Behörden genehmigte (und vom Flugplatzbetreiber rechtswidrig betriebene)
Verkehrsampel weiter in Betrieb bleiben soll, anstatt Maßnahmen zu fordern,
die den Einsatz dieser Verkehrsampel (z.B. durch Verlegung der Landebahn nach
Osten) zu fordern.
| 26. November
2005: Gröbenzell lehnt die Ausweitung des Flugverkehrs
im Lkr. FFB ab |
Die Presse berichtet über den einstimmigen
Beschluss des Gröbenzeller Gemeinderats zur Ablehnung der im
Landesentwicklungs-Programm (LEP 2005) festgehaltenen
Ausbauoptionen der Flugplätze (Fürstenfeldbruck, Jesenwang,
Oberpfaffenhofen) aus.
| 25. November
2005: Ausführlicher Pressebericht über den
Sonderflughafen Oberpfaffenhofen |
Der Pressebericht beschreibt ausführlich
die politische und wirtschaftliche Situation am
Sonderflughafen Oberpfaffenhofen.
- Nach der Insolvenz der AvCraft
(Nachfolgegesellschaft der Fairchild-Dornier) werden in
Oberpfaffenhofen keine größeren Flugzeuge mehr gebaut.
- Der EADS - Eigentümerin des
Flugplatzareals - gibt heute gut 6 Millionen EUR pro Jahr
zur Bewirtschaftung und den Unterhalt für den Flugplatz
aus. Sie sucht eine wirtschaftliche Verwertung des
Flugplatzgeländes.
- Der geplante Ausbau des Sonderflughafens
dient u.a. der Brautschau für einen erfolgreichen
Verkauf. Je höher die zugelassene Nutzung des Flugplatzes
liegt, desto besser lassen sich Investoren zum Kauf
überzeugen.
- Mit dem Landesentwicklungs-Programm (LEP
2005), das für Kommunen verbindliche Planungen und
Investitionen abverlangt, wird versucht, eine wesentlich
höhere Nutzung des Flugplatzes "im öffentlichen
Interesse" zu zementieren. Dies ist der Grund für
den geplanten Ausbau des Flugverkehrs für den
"qualifizierten Geschäftsflugreiseverkehr".
- Als Geschäftsreiseverkehr ist fast
jeglicher Passagierflugverkehr definiert, mit Ausnahme des
Linien- und Charterverkehrs. Eine Beschränkung der
Flugzeugtypen gibt es nicht. Damit können auch große
Passagiermaschinen für den qualifizierten
Geschäftsflugreiseverkehr eingesetzt werden. Dies klingt
doch überzeugend nach Gelegenheitsflüge der
Billigflieger (Ryan, EasyJet und Co.), oder?
- Rein rechtlich gesehen ist die
Aufzählung des "qualifizierten" Flugverkehr
keine Eingrenzung des Flugverkehrs auf qualifizierte
Geschäftsreisende, sondern nur eine Definition der
Flugaktivitäten gegenüber "unqualifizierten"
Aktivitäten. Wenn erst einmal die erste Definition
erfolgreich durchgesetzt wurde, dann können später
jederzeit weitere "qualifizierte"
Flugaktivitäten (z.B. Nachflugverkehr, Frachtflugverkehr,
Kurierdienste) "nachqualifiziert werden. Nur der
"unqualifizierte Flugverkehr wird nicht zugelassen.
Er darf in Oberpfaffenhofen in der Zukunft nicht
landen.
- Der LEP 2005 schränkt die kommunalen
Planungsrechte in Oberpfaffenhofen so stark ein, wie noch
kein vergleichbarer Entwicklungsplan zuvor. Deshalb nimmt
die Bürgermeisterin von Weßling den Kampf gegen den
übermächtigen Gegener auf.
| 24. November
2005: Stadtrat in FFB lehnt den Ausbau von Flughäfen ab |
Die Presse berichtet über den Beschluss des
Stadtrats in Fürstenfeldbruck gegen den "unkoordinierten
Ausbau der Flugplätze in Fürstenfeldbruck, Jesenwang und
Oberpfaffenhofen".
Es stimmt schon bedenklich, das ausgerechnet
der Volkswirtschafts-Professor Wollenberg (FDP) gegen diesen
Antrag gestimmt hat. Er vermisse die Pro- und
Kontra-Diskussion aus der Sicht der der Stadt und der
vorhandenen Landebahn (sie ist übrigens wegen des schlechten
Zustands für schwere Flugzeuge gesperrt) im Wert Hunderter
Millionen. Wenn man die Geschäftsfliegerei nach FFB hole,
könnten mit der Wartung der Maschinen Ausbildungs- und
Arbeitskräfte geschaffen werden.
Diese Fragen hat Professor Wollenberg
bereits vor fast 10 Jahren selbst durch eine Studienarbeit
beantwort, die er einem seiner Studenten in Auftrag gab. Die
in dieser Studie aufgezeigten wirtschaftlichen Erfolgsdaten
sind allesamt nicht eingetreten. Nachdem der Flugplatz FFB
für den Geschäftsreiseverkehr offen ist, landen in den
besten Monaten gerade einmal 50 Flugzeuge. Bei EUR 10,00
Landegebühr pro Flugzeug kommen bestenfalls EUR 500,00
Landegebühren herein. Die FFB Flugplatz GmbH beschäftigt
jedoch mindestens 3 "EUR 400-Kräfte". Es sollte
für einen Volkswirtschafts-Professor nicht allzu schwer sein,
dass dieses Geschäft nicht wirtschaftlich und keine Basis
für Vollzeit-Arbeitsplätze oder gar Ausbildungsplätze
ist.
| 23. November
2005: Grafrath ist gegen den Ausbau des Flugplatzes
Jesenwang |
Die Presse berichtet über den Beschluss des
Grafrather Gemeinderat gegen den Ausbau des Flugplatzes
Jesenwang. Sie verlangen die den Jesenwanger Flugplatz
betreffenden Passagen im Entwurf des Landesentwicklungsplan (LEP
2005) zu streichen.
Der weitere Antrag, der sich gegen des
Ausbau des Sonderflughafen in Oberpfaffenhofen und dessen
Nutzung für den Geschäftsreiseflugverkehr richtete, wurde
abgelehnt. Als Begründung wird angegeben, dass dieser
Flugplatz nicht im Landkreis FFB liegt und möglicherweise
Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Dieser Beschluss läßt
das St. Florians-Prinzip und bayerische Kirchturmpolitik
hochleben.
| 22. November
2005: Emmering sagt "NEIN" zum Airport-Ausbau |
Die Presse berichtet, dass die Gemeinde
Emmering den geplanten Ausbau der Flugplätze in
Fürstenfeldbruck, Jesenwang und Oberpfaffenhofen ablehnen
wird.
| 21. November
2005: FDP in Starnberg für mehr Flugvderkehr in
Oberpfaffenhofen |
Die Presse berichtet über den
FDP-Kreisparteitag Starnberg, dass der Sonderflughafen
Oberpfaffenhofen nicht auf Werksflüge und Geschäftsreisen
des Wirtschaftsstandort STA beschränkt sein soll. Es sollen
auch die Nachbarschaft mit einbezogen werden. Eine
weitergehende Öffnung des Flugplatzes entsprechend des
Entwurfs des Landesentwicklungs-Programms (LEP 2005) wird
abgelehnt.
Der Beschluss des Kreisparteitags für die
Öffnung des Sonderlandeplatzes Oberpfaffenhofen öffnet die
Tür zum Ausbau des Flugplatzes zum Regionalflughafen. Die im
Beschluss einbauten "Bremsen", wie "begrenzte
Nutzung" und "vorzugsweise limitierter
Geschäftsreiseverkehr" sind keine politisch wirksame
Forderungen. Wie bereits berichtet deuten die Ausbaupläne des
Sonderflughafen deutlich auf die Nutzung als Regionalflughafen
hin. Dass die Gefahr für einen Ausweichflughafen in
Oberpfaffenhofen zur Entlastung von München II nicht besteht,
ist nicht nachvollziehbar. Dies steht so im Entwurf zur
Fortschreibung des Landesentwicklungs-Programms drin. Es sieht
so aus, dass Herr Schroeter, Vorsitzender der
FDP-Kreisfraktion den LEP-Entwurf vor den FDP-Kreisparteitag
noch nicht einmal gelesen hat.
| 19. November
2005: SPD will Wende in der Flugplatzpolitik (Landkreis
FFB) |
Der Unterbezirksvorstand der SPD fordert den
künftigen Wirtschaftsminister auf, von den Plänen zum Ausbau
der Flugplätze in München West Abstand zu nehmen. "Eine
derart dichte Besiedelung, wie im Landkreis FFB und Ausbau des
Flugverkehrs passen nicht zusammen".
| 14. November
2005: Aktionbündnis verteilt fast 30.000 Flugblätter
gegen LEP-Entwurf |
Fünf im "Aktionsbündnis Fluglärm
München West" zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen
gegen Fluglärm verteilen fast 30.000 Flugblätter an
Haushalten in den Städten und Gemeinden Germering,
Fürstenfeldbruck, Gilching, Weßling, Maisach, Olching,
Gröbenzell, Jesenwang, Adelshofen, Landsberied und Gemeinden
in der Umgebung der Flugplätze in Oberpfaffenhofen,
Fürstenfeldbruck und Jesenwang.
Im Rahmen des Entwurf des
Landesentwicklungs-Programms (LEP 2005) plant die Bayerische
Staatsregierung den Ausbau der Flugplätze Oberpfaffenhofen,
Fürstenfeldbruck und Jesenwang. Das Ziel dieser Planung ist
die Abwicklung des gesamten Verkehrs der allgemeinen Luftfahrt
in der "Region 14" - München / Umland. Hierbei soll
auch im Wesentlichen der Flughafen München entlastet werden.
Dies bedeutet, dass der Linien- und Charterverkehr in München
bleibt, der Fracht- und Gelegenheits-Passagierverkehr (z.B.
Billigairlines und Businessjets) auf die 3 Flugplätze im
Westen von München ausgelagert werden soll.
Die Verteilung des Flugblatts ist Teil der
Kampagne gegen den Ausbau der 3 Flugplätze im Westen von
München zur Aufnahme zusätzlichen Luftverkehrs, der
schwerwiegende Lärm- und Schadstoffbelästigung und eine
Wertminderung von Wohnimmobilien verursacht.
| 12. November
2005: Wirtschaftsminister Wiesheu tritt zurück |
Im Fernsehen und Rundfunk wird über den
Rücktritt vmn Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr -
Dr. Otto Wiesheu - berichtet. Dr. Wiesheu wird Vorstand bei
der Deutschen Bahn.
Dr. Wiesheu war treibende Kraft zur
Ansiedelung der allgemeinen Luftfahrt und Ausbau vieler
Flugplätze in Bayern. Dies zeigt sich auch im Entwurf zum
Landesentwicklungs-Programm (LEP 2005). Es bleibt zu hoffen,
dass sein Nachfolger die aggressive Politik zum Ausbau von
Flugplätzen in Bayern nicht mehr weiterführt.
| 11. November
2005: Jesenwang und Landsberied lehnen Flugplatz-Ausbau
ab |
Die Presse berichtet, dass die Gemeinderäte
von Jesenwang und Landsberied den Ausbau des
Sonderlandeplatzes Jesenwang zum Schwerpunkflughafen abgelehnt
haben. Die Ablehnung des Entwurfs zum
Landesentwicklungs-Programms wird sich in der der
Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf an das
Wirtschaftsministerium wiederspiegeln.
| 9. November
2005: Der Regionale Planungsverband lehnt Ausbau der
Flugplätze ab |
Die Presse berichtet, dass sich der
Regionale Planungsverband (RPV) gegen die Ausweitung des
Luftverkehrs und den Ausbau der Flugplätze in
Fürstenfeldbruck, Oberpfaffenhofen und Jesenwang entschieden.
- Der Flugplatz Jesenwang soll lediglich in
seinem Bestand gesichert werden. Der Ausbau zum
Schwerpunkt-Landeplatz für Flugzeuge bis 5,7 t wird
abgelehnt
- Die Nutzung des Flugplatzes in
Fürstenfeldbruck dürfe nicht über die bisherige Nutzung
erweitert werden.
- Der Sonderflughafen Oberpfaffenhofen soll
nur dem Werksflugverkehr gewidmet sein und nicht dem
Geschäftsflugreiseverkehr offen stehen.
| 8. November
2005: Der Kreistag STA akzepztiert Geschäftsfliegerei
im Oberpfaffenhofen |
Die SZ berichtet über den Beschluss des
Kreistags in Starnberg über die zukünftige Nutzung des
Sonderflugplatzes in Oberpfaffenhofen entsprechend des
Entwurfs der Landesentwicklungs-Programms (LEP 2005). In einer
kontroversen Debatte kündigte der Landrat Frey eine
persönliche Erklärung an, nachdem er sich für einen
standortbezogenen Geschäftsflugreiseverkehr einsetze. Soviel
zur demokratischen Willensbildung, die im Kreistag STA
stattfindet.
Nur wenige Tage zuvor war Landrat Frey bei
einer Präsentation des geplanten Ausbaus des
Sonderlandeplatzes in Oberpfaffen als einer der 150 geladenen
Promis aus Politik und Wirtschaft dabei, sich die
Präsentationen des Flugplatzbetreibers und auf dem
Flugplatzgelände angesiedelten Firmen anwesend. Er wurde wohl
zum richtigen Zeitpunkt für die Beschlussfassung zum Entwurf
des LEP 2005 im Kreistag von der Fliegerlobby
"eingelullt".
Der Beschluss für eine standortgerechte
Nutzung des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen für den
Geschäftsreiseverkehr öffnet alle Türen zur Nutzung dieses
Flugplatzes als Regionalflughafen. Die bestehende Landebahn,
Einrichtungen für den Instrumentenflug, Ausbau der Rollbahnen
für Passagierflugzeuge und hohes Flugaufkommen, sowie
Gebäude, die zur Abwicklung des Fracht- und Passagierverkehrs
geeignet sind (steht z.T. im einem Werbeprospekt des
Flugplatzbeteibers), lässt den Betrieb eines
Regionalflugplatzes zu.
Nachdem der Unternehmerverband
Wirtschaftsförderung Starnberg (UWS) zu einem früheren
Zeitpunkt den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen als einen für
den Landkreis STA wichtige Einrichtung für die im Landkreis
befindlichen Tagungshotels und Zubringer-Luftverkehr für die
Region Oberbayern (Flüge, die München II nicht anbietet)
liegen Vorschläge seitens Unternehme auf dem Tisch, die auf
einen Regionalflughafen, wie Hahn im Hunsrück abzielen. Dort
sind Billig-Airlines (Ryanair) und Frachtflugunternehmen
stationiert, die von billigen Landegebühren und
Nachtflugerlaubnis profitieren. Siedeln sich solche
Unternehmen in Oberpfaffenhofen an, dann entspricht die
Ausweitung des Luftverkehrs dem "bedarfsgerechten Aufbau
des Sonderflughafens" und Geschäftsflugreiseverkehrs, im
Sinne der Forderungen vom Landrat Frey.
| 8. November
2005: Kreisrat FFB lehnt den LEP-Entwurf für erweiterte
Flugplatznutzung ab |
Die Presse berichtet über den Beschluss des
Kreisrats in Fürstenfeldbruck, der mit großer Mehrheit den
Entwurf des Landesentwicklungs-Programms (LEP) für den Ausbau
der Flugplätze in Jesenwang, Fürstenfeldbruck und
Oberpfaffenhofen ablehnt. Im Detail wurde beschlossen:
- Die Flugplätze Fürstenfeldbruck und
Jesenwang sollen aus der Liste der ausbaufähigen
Flugplätze gestrichen werden.
- Für den Flugplatz Fürstenfeldbruck
("Fürsty") wird die fliegerische Weiternutzung
komplett abgelehnt.
- der Ausbau des Sonderflughafens für den
Geschäftsreise-Flugverkehr wurde abgelehnt.
Der Landkreis FFB wird bereits durch den
Luftverkehr durch An- und Abflüge des Flughafens München II
erheblich belastet. Verlängerungen der Landebahn für
Landemöglichkeiten großer und schwerer Maschinen sind
unangemessen und untragbar für die Bürgerinnen und Bürger
in den Nachbargemeinden.
Einige Kreisräte brachen jedoch eine Lanze
für die Flieger. "Zur wirtschaftlichen Stärke einer
gehöre auch der Flugverkehr", meinte ein Kreisrat.
"Gerade in Jesenwang seien vom Flugbetrieb auch
Arbeitsplätze abhängig. Bei aller Sorge um die
Lebensqualität der Bürger soll der Wirtschaftsstandort
Fürstenfeldbruck nicht vergessen werden".
Der Flugplatz Jesenwang ist ein Arbeitgeber.
Die meisten Arbeitsplätze betreffen jedoch Personal für das
Flugplatzrestaurant und die Ausbildung für Piloten. Nachdem
es in Jesenwang kein Gewerbegebiet gibt und sich nur wenige
Firmen in den umliegenden Gemeinden des in Deutschland
meistfrequentierten Sonderlandeplatz Jesenwang angesiedelt
haben, wird unsere These bekräftigt, dass die allgemeine
Luftfahrt in der Wirtschaftsregion keine zusätzlichen
Arbeitsplätze schafft.
In Jesenwang werden fast 40.000
Flugbewegungen pro Jahr abgewickelt. Nur 7 Prozent dieser
Flüge sind Streckenflüge von "Ort A nach B". Diese
Zahl schließt Hobby-Streckenflüge mit ein. Der Beitrag des
Flugplatzes Jesenwang zu Geschäftsreiseflügen ist demnach
äußerst gering. Und somit auch deren wirtschaftliche
Bedeutung.
| 5. November
2005: Gemeinde Adelshofen lehnt Flughafenpläne (Ausbau)
ab |
Die Presse berichtet über die Ablehnung der
Ausbaupläne, die im Entwurf zum Landesentwicklungs-Programm
stehen. Eines der Ziele ist die Schaffung des
Schwerpunkt-Landplatzes für die allgemeine Luftfahrt in
Jesenwang. Nach den Plänen des Wirtschaftsministeriums sollen
die Flugplatzkapazität auf Flugzeuge bis 5,7 t (bisher 3 t)
und die Landebahn auf 1200 m (bisher ca. 400 m) ausgebaut
werden.
Im Rahmen der Planungshoheit der Gemeinden
Adelshofen und Jesenwang werden Einschränkungen werden nicht
akzeptiert. Eine entsprechende Ablehnung des Ausbaus des
Flugplatzes Jesenwang erfolgt in einem gemeinsamen
Schriftsatzes der Gemeinden Jesenwang und Adelshofen.
Der Ausbau des Flugplatzes Jesenwang
bedeutet nicht nur einen schweren Eingriff in die Natur und
das Landschaftsbild, die Ortsverbindungsstraße zwischen
Jesenwang und Adelshofen wird unbenutzbar.
| 5. November
2005: UWS Starnberg lädt zur Flugshow in
Oberpfaffenhofen ein |
Die Presse berichtet über eine
Veranstaltung zur Förderung des Ausbaus des Sonderflughafens
(SLF) Oberpfaffenhofen. Dem Unternehmerverband
Wirtschaftsförderung Starnberg (UWS) sind 150 ausgesuchte
Teilnehmer gefolgt. Die Tagung fand auf dem Gelände des
Sonderflughafens unter Teilnahme prominenter Politiker,
Wissenschaftler und Geschäftleute statt.
Die Demonstration des gleichzeitigen Starts
zweier Flugzeuge mit Strahltriebwerken zur Demonstration der
geringen Lärmemissionen ging kräftig "in die
Hose". "Gleich zwei Maschinen hoben ab, und das
Donnern der Motore war nicht gerade gering", stand in der
Presse. Dies ist ein Vorgeschmack des Fluglärms, der aus
der Formulierung des Entwurfs zum Landesentwicklungs-Programms
abgeleitet werden. Die in diesem Entwurf aufgenommene
"Bremse" mit der Nutzung des Sonderflughafens
Oberpfaffenhofen für "qualifizierte
Geschäftsflieger" wird durch die Demonstration des
Starts zweier Regional-Jets geradezu zur Farce. Dies zeigt,
dass in Oberpfaffenhofen zumindest auch der
Regionalluftverkehr abgewickelt werden soll.
Die Presse berichtet über große
PR-Auftritte zur Thema Ausbau und erweiterte Nutzung des SLF
Oberpfaffenhofen, die in den nächsten Monaten geplant sind.
Diese Investition in Marketing-Auftritte wird sicherlich nicht
für ein paar "qualifizierte Geschäftsflieger"
getätigt. Es sieht wohl danach aus, dass in Oberpfaffenhofen
ein Regionalflughafen entsteht, der aus wirtschaftlichen
Gründen eventuell auch vom Nachtflugverbot befreit sein wird.
Interessant ist, dass in den uns
vorliegenden Artikeln, trotz Teilnahme prominenter und hoch
qualifizierter Politiker, Wissenschaftler und Geschäftsleuten
nicht auf die Schaffung zusätzlicher qualifizierter
Arbeitsplätze und Stärkung der Wirtschaftsregion München
West eingegangen wurde. Dies bestärkt unsere These: Die
allgemeine Luftfahrt schafft keine zusätzliche
Arbeitsplätze.
| 4. November
2005: Puchheim spricht sich gegen die Ausweitung des
Flugbetriebs aus |
Die SZ-FFB berichtet über die Stellungnahme
der Gemeinde Puchheim zum Entwurf des
Landesentwicklungs-Programms. Sie lehnt die geplanten
Ausbauten und erweiterten Nutzungsmöglichkeiten der
Flugplätze in Oberpfaffenhofen, Fürstenfeldbruck und
Jesenwang als "nicht hinnehmbar" ab.
| 29. Oktober
2005: Regionaler Planungsverband lehnt mehr Zivilflüge
in der "Region 14" ab |
Die Süddeutsche Zeitung berichtet
ausführlich über Ablehnung des Regionalen Planungsverbandes
(RPV) die Ausweitung des Flugbetriebs auf Flugplätzen in der
"Region 14" (Umland München) ab. Der
Planungsverband lehnt den Entwurf des
Landes-Entwicklungsprogramms (LEP 2005) ab. Die bisherige
Fassung des LEP "zivil mitbenutzte Militärflugplätze,
Sonderlandeplätze und Flugplätze sollen über den
genehmigten Betrieb hinaus nicht erweitert werden" soll
festgeschrieben werden.
Nächster Termin ist die Sitzung des
Planungsausschusses im RPV am 8. November im Münchener
Rathaus. Thema ist die Zukunft der zivilen Luftfahrt im
Landkreis Fürstenfeldbruck und Nachnutzung des aufgelassenen
Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck.
| 27. Oktober
2005: Sonder Bürgerversammlung in Weßling |
Am 27. Oktober 2005 fand in Pfarrstadl eine
Sonderbürgerversammlung mit Vertretern der EDMO
(Flugplatzbetreibergesellschaft Oberpfaffenhofen) und EADS
(Flugplatzeigentümer) statt. Wesentliche Ergebnisse waren:
- Das Landes-Entwicklungsprogramm (LEP
2005) sieht für den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen den
"qualifizierten Geschäftsreiseflugverkehr" vor.
Er dient außerdem zur Entlastung des internationalen
Flughafens München II.
- Es besteht ein Planfeststellungsbeschluss
für den Ausbau des Sonderflughafens. Gegen diesen
Beschluss laufen zur Zeit Klagen - z.B. wegen eines
fehlenden Lärmgutachtens. Die EDMO und EADS haben in
dieser Versammlung die Klage eines Privatklägers stark
kritisiert, weil sie die Ausbauten am Flughafen um 18
Monaten verzögerten. Dies zeigt, dass der
Flugplatzbetreiber die in Planfeststellungsverfahren
beantragten Ausbauten zügig vornehmen will.
- Die EDMO hielt eine Präsentation über
den Begriff "qualifizierter
Geschäftsreiseverkehr". Darunter versteht diese
Gesellschaft den Flugverkehr mit eigenen und gemieteten
Flugzeugen über 2 t Gesamtgewicht. Flugzeuge unter 2 t
werden in Oberpfaffenhofen nicht zugelassen.
- Die EDMO hat in dieser Bürgerversammlung
ausgeführt, dass 2 Fliegervereine in Oberpfaffenhofen
stationiert sind. Der Flugbetrieb findet mit Flugzeugen
unter 2 t statt. Dieser Flugbetrieb werde gefördert - ein
glatter Widerspruch zur Aussage bezüglich der
"qualifizierten Geschäftsflieger".
- Das Lärmgutachten - obwohl nach dem
Luftrecht eine zwingende Voraussetzung für ein
Planfeststellungsverfahren - wurde nach Angaben der EDMO
vom Luftamts nicht angefordert. Das fehlende
Lärmgutachten ist der zentrale Punkt der Privatkläger.
"Die Bürger müssen wissen, welche Lärmemissionen
auf sie zukommen".
In einem Lärmgutachten muss der geplante Luftverkehr nach
Anzahl, Flugzeugtyp / Lärmklasse, Platzrunde, sowie An-
und Abflugrouten genau definiert werden. Die Konsequenz
ist die öffentliche Bekanntgabe des geplanten
Luftverkehrs und das Risiko wegen Überschreitung
zulässiger Lärmpegel in Wohngebieten eine Deckelung des
Luftverkehrs zu riskieren.
- Die EDMO verweigerte jede Auskunft über
die geplanten / erwarteten Flugbewegungen. Offensichtlich
liegt die Veröffentlichung des geplanten Flugbetriebs
nicht im Interesse der Betreibergesellschaft und
Flugplatzeigentümer.
- Mit der Formulierung "Entlastung des
Luftverkehrs in München II" (werden Flugzeuge unter
2 t und Sichtflüge nicht abgefertigt) kann nur die
Verlagerung des Luftverkehrs mit großen Flugzeugen nach
Oberpfaffenhofen gemeint sein. Dem hat EDMO / EADS in
dieser Versammlung nicht widersprochen.
- Auf spezifische Fragen eines Sprechers
von Bürgerinitiativen gegen Fluglärm gaben EDMO und EADS
folgendes zu:
- Die Landebahn und die Rollbahnen sind für schwere
Flugzeuge über 120 t und hohe Verkehrsfrequenz ausgelegt.
- Der Nutzung der Gebäude zum Umschlag von Luftfracht und
Abfertigung von Passagieren wurde nicht widersprochen.
Fazit:
EDMO und EADS verschleiern die geplante
Nutzung des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen. Die
Investitionen in die Infrastruktur (Landebahn, Rollwege,
Entfernungsmesser, Instrumentflugausrüstung) lassen eindeutig
den Schluss zu, dass dieser Flughafen die Funktion eines
internationalen Regionalflughafen zur Abwicklung der
allgemeinen Luftfahrt (hierunter fallen auch Fracht- und
Sonderflüge für Passagiere) übernehmen soll.
Die strikte Weigerung und verbale
Angriffe auf den privaten Kläger gegen diesen Ausbau, sind
ein klares Zeichen für diese Entwicklung. Bereits die
Weigerung zur Durchführung eines Lärmgutachtens mit der
Aufdeckung des geplanten Luftverkehrs und der mit Zahlen
untermauerten Lärmwerte für die Wohngebiete in
Oberpfaffenhofen und Gilching zeigt, dass hier unerträgliche
Belastungen auf betroffene Bürgerinnen und Bürger zukommen.
| 22. Oktober
2005: Presse berichtet über die Ablehnung des LEP
Entwurfs in Germering |
In einem Leserbrief erläutert
Oberbürgermeister Dr. Braun, dass der Stadtrat am 4. Oktober
2005 die Pläne des Landesentwicklungs-Programms zur
Ausweitung des Luftverkehrs in der Region München West
abgelehnt hat.
| 21. Oktober
2005: Presse berichtet über Aufhebung des Baustopps in
Oberpfaffenhofen |
Der Widerspruch gegen die Privatklage eines
vom Fluglärm betroffenen Bürgers gegen die Genehmigung des
Ausbaus des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen wurde
aufgehoben, weil die Landebahn nicht verändert wird. Das
Verfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss läuft noch.
Es ist für einen Rechtsstaat schon
eigenartig, schon eigenartig, dass ein aus einer rechtswidrig
erteilten Genehmigung für den Ausbau eines Flughafens mit
Erweiterung der Anlagen weit über den bisher genehmigten
Betrieb als Werksflughafen hinaus, dem Flugplatzbetreiber der
Ausbau erlaubt ist, ohne dass die Lärmentwicklung durch das
im Planungsverfahren vorgeschriebene Lärmgutachten
nachgewiesen ist. Das Lärmgutachten wurde bisher vom
Betreiber des Sonderflugplatzes verweigert. Im Lärmgutachten
müssen genaue Angaben zur Nutzung des Flugplatzes, Anzahl der
Flugbewegungen (nach Lärmklassen), An- und Abflugrouten
gemacht werden. Aus diesen Angaben wird dann die
Lärmbelastung für die vom Fluglärm betroffenen Gebiete
errechnet.
Die Kenntnis des vom Flugplatzbetreiber
geplanten Flugbetriebs und der Lärmbelastung de Bürgerinnen
und Bürger in Gilching, Weßling, Germering und umliegenden
Gemeinden ist nicht im Interesse des Flugplatzbetreibers. Das
Lärmgutachten weist das Schutzbedürfnis der vom Fluglärm
Betroffenen nach.
| 15. Oktober 2005: Flugblatt gegen den Ausbau des Flugplatzes
Jesenwang |
Die Bürgervereinigung gegen Fluglärm e.V.
(Jesenwang) hat ein Flugblatt an alle Haushalte in Jesenwang,
Adelshofen und Landsberied verteilt. Das Flugblatt richtet sich
gegen den geplanten Ausbau des Sonderlandeplatzes Jesenwang,
der nach dem neuesten Entwurf des LEP
(Landes-Entwicklungsprogramm) dort vorgesehen ist. Ein weiterer
Punkt ist der nächtliche Hubschrauberlärm nach der
Inbetriebnahme der Kerosin-Tankstelle am Flugplatz Jesenwang.
Eine
Kopie des Flugblatts finden Sie hier.
| 14. Oktober
2005: Junge Union und Bürgervereinigung Fluglärm
sammeln Unterschriften |
Der Ortsverband der Jungen Union und die
Bürgervereinigung gegen Fluglärm e.V. beginnen
Unterschriften gegen den geplanten Ausbau des
Sonderlandeplatzes in Jesenwang und den nächtlichen
Hubschrauberlärm zu sammeln.
| 27. September
2005: Podiumsdiskussion mit Frau Sonneholzner (MdL) in
Weßling |
Am 27. September 2005 fand im Pfarrstadl in
Weßling eine gut besuchte Podiumsdiskussion mit Frau
Sonnenholzner (MdL), Frau Meyer-Brühl (Bürgermeisterin von
Weßling) und Herrn Dr. Miosga statt. In dieser
Podiumsdiskussion trugen auch Bürgerinitiativen ihre
Positionen gegen den Ausbau des Sonderflughafen Oberpfaffenhofen vor.
Die Gemeinde Weßling wird eine negative
Stellungnahme zum geplanten Ausbau des Sonderflughafens
Oberpfaffenhofen erstellen und die umliegenden Gemeinden
sowie die Stadt Germering mit in diese Stellungnahme
einbinden.
Die Bürgermeisterin von Weßling
Meyer-Brühl appelliert an alle Gemeinden in Umfeld des
Sonderflughafens Oberpfaffenhofen, den Entwurf des
Landes-Entwicklungsprogramms zum Ausbau des Sonderflughafens im
Rahmen der Anhörung der Gemeinden strikt abzulehnen.
| 7. September
2005: Gründung des Aktionsbündnisses gegen Fluglärm
München West |
Am 7. September 2005 gründeten 6
Bürgerinitiativen gegen Fluglärm der Gemeinden Weßling
(Oberpfaffenhofen), Gilching, Maisach / Fürstenfeldbruck und
Jesenwang (Kreis FFB) ein Aktionsbündnis, um den Planungen
der Bayerischen Staatsregierung zur Ansiedelung der gesamten
allgemeinen Luftfahrt auf die 3 Flugplätze im Westen von
München geschlossen Einhalt zu bieten. Auslöser für die
Gründung des Aktionsbündnis war die
Veröffentlichung des neuen Entwurfs zum
Landes-Entwicklungsplan 2005, der den massiven Ausbau der
Regionalflughäfen Flugplätze in Bayern vorsieht. |